Wenn ein Bild nichts erzählen muss…

Abstrakte Malerei muss für mich nicht erklären, was sie darstellt. Sie darf offen bleiben.
Ein Bild kann eine Stimmung auslösen, an etwas erinnern oder einfach eine Bewegung im Inneren anstoßen. Dabei ist nicht entscheidend, ob wir etwas Gegenständliches erkennen. Entscheidend ist, was wir wahrnehmen.
Farbe, Struktur, Licht und Verdichtung verändern sich je nach Abstand und Betrachtungsweise. Was aus der Nähe wie eine Oberfläche aus vielen einzelnen Spuren erscheint, kann aus einiger Entfernung zu einer völlig anderen Wahrnehmung werden.
Mich interessiert genau dieser Moment: wenn das Auge sucht, etwas zuordnen möchte – und dann vielleicht einfach beginnt, zu schauen.
Abstraktion schafft für mich einen Raum, in dem nicht alles vorgegeben ist. Jeder Mensch bringt seine eigenen Erfahrungen und Erinnerungen mit. So kann dasselbe Bild unterschiedliche Geschichten erzählen.
Vielleicht muss ein Bild nicht immer etwas zeigen. Manchmal reicht es, wenn es etwas auslöst.